Als ich mich das erste Mal in meinen Netflix-Account eingeloggt habe, hat mir der Streaming-Dienst noch Actionfilme und Thriller vorgeschlagen. Eine Weile habe ich Netflix nur bei stummgeschaltetem Fernseher gestartet, weil mich die Vorschauen so erschrocken haben. Netflix hatte keine Ahnung, was mich interessiert.

Inzwischen schaue ich wieder mit Ton, denn ich bekomme nur noch Serien vorgeschlagen, die ich wahrscheinlich mag – und die enthalten ganz sicher keine lauten Actionszenen. Klar, Sie kennen das: Der Dienst passt seine Vorschläge meinen Nutzungsgewohnheiten an.

Personalisierung erhöht den Trainingsimpact

Das Prinzip Personalisierung kennen wir inzwischen aus allen möglichen Lebenslagen: Das Internet merkt sich, was mich interessiert und schlägt entsprechende Inhalte vor, von Google über Spotify bis hin zu Amazon. Was für Online-Riesen ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist, funktioniert auch für die Personalentwicklung.

Denn es ist weder sinnvoll noch praktikabel, gesonderte Trainings für jeden einzelnen Lerner zu erstellen. Soweit ich weiß, wurde auch noch keine Netflix-Serie extra für mich als Nutzerin gedreht. Trotzdem entspricht das Programm meinem Bedarf.

 

Personalisierung heißt, das vorhandene Trainingsprogramm auf den Bedarf eines Teilnehmers zuzuschneiden. So kann dieser für sich maximalen Nutzen aus dem Training ziehen und die Inhalte direkt im beruflichen Alltag einsetzen.

Die Actionthriller von Netflix waren für mich unpassend. Ebenso wenig zielführend ist für einen angehenden Projektleiter ein Training zum Thema Inspirierende Führung im 10.000-Mitarbeiter-Unternehmen. Wenn Mitarbeiter keinen Mehrwert für ihre tägliche Arbeit erkennen, verpufft der Trainingseffekt.

Natürlich sind Corporate Trainings kein Netflix-Buffet, aus dem sich jeder Teilnehmer die Häppchen herauspicken kann, die ihm gerade gefallen. Doch je besser die Inhalte auf die Bedürfnisse des einzelnen Teilnehmers zugeschnitten sind und er erkennt, wie er die Inhalte einsetzen kann, desto größer wird der Nutzen sein und desto mehr wird ihm das Training wirklich bei seiner Arbeit helfen.

Deshalb lohnt sich die Personalisierung von Trainingsinhalten:

  • Personalisierte Trainingsinhalte sind für den einzelnen Teilnehmer relevanter und berücksichtigen seine Interessen.
  • Relevante Trainingsinhalte erhöhen den Impact der Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Der ROI der Trainings wird verbessert, da die Mitarbeiter die Inhalte besser in den Alltag übertragen können.
  • Die Motivation der Teilnehmer steigt, wenn sie ihre eigenen Lernziele festlegen können.
  • Ein personalisiertes Feedback unterstützt die Teilnehmer dabei, ihren Lernfortschritt zu überprüfen.

Es ist nicht notwendig, ein neues Programm für jeden einzelnen Mitarbeiter zu kuratieren. Mit wenigen einfachen und skalierbaren Schritten können Sie Ihre Trainings personalisieren – wenn nötig, auch für hunderte Teilnehmer, von denen am Ende jeder sein ganz persönliches Trainingserlebnis hat. Netflix hatte Ende 2019 über 170 Millionen User – und bietet dennoch jedem eine ganz persönliche Serienauswahl an.


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  • So personalisieren Sie Trainings in drei Schritten: Teilnehmer eines Trainings müssen den Mehrwert für sich selbst erkennen, damit es wirksam ist. Das gelingt mit effektiver Personalisierung. In drei Schritten sichern Sie den Erfolg bereits vor dem Training.
  • 3 Hebel für Personalisierung während Trainings: Personalisiertes Training heißt nicht, auf auditive oder visuelle Lerntypen einzugehen. Mit anderen Ansätzen gelingt es Ihnen viel leichter, auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter im Training einzugehen.
  • So wichtig ist Selbstreflexion für Ihr Lernen: Selbstreflexion bedeutet seine Gefühle, Gedanken und Handlungen zu reflektieren. Das kann dabei helfen sich seinen Fehlern bewusst zu werden und daraus zu lernen.

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