Sie sind unglücklich mit Ihrem derzeitigen Gewicht und möchten abnehmen, schaffen es aber nicht? Sie möchten aufhören zu rauchen, können aber in gewissen Momenten nicht standhaft bleiben? Sie sind unzufrieden mit Ihrem Verhalten in bestimmten Situationen, schaffen es aber nicht dieses dauerhaft zu ändern?

Dann kommt hier eine Lösung für langfristige Motivation und Erfolg: Belohnung basierend auf operanter oder auch instrumenteller Konditionierung1. Hierbei wird die Häufigkeit von ursprünglich spontanem Verhalten durch angenehme oder unangenehme Konsequenzen nachhaltig verändert. Somit wird erwünschtes Verhalten durch Belohnung verstärkt und unerwünschtes durch Bestrafung unterdrückt.

Kocht zum Beispiel ein Mann für seine Frau und wird dafür von seiner Partnerin gelobt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann seine Frau erneut mit einem selbstgekochten Essen beglückt, höher. 

Das Thorndiksche Lerngesetz2 aus dem Bereich der operanten Konditionierung basiert auf der Grundidee, dass Verhaltensweisen, die zunächst zufälligerweise auftreten, aber als angenehm empfunden werden oder erfolgreich sind, in Zukunft sehr viel häufiger gezeigt werden. Somit ist es durch die angenehme Konsequenz verstärkt worden. Eine Verstärkung erhöht die Häufigkeit einer Verhaltensweise oder die Stärke einer Einstellung.

Setzen Sie die richtigen Verstärker im Arbeitsalltag

Das Lernen durch Bestrafung und Belohnung ist nicht nur im privaten Kontext anwendbar, sondern auch im beruflichen. Sie haben gerade einen Workshop besucht und Neues gelernt, doch die erfolgreiche Umsetzung Ihrer gesetzten Ziele bleibt aus. 

Dann setzen Sie sich den passenden Verstärker3 als Belohnung, der dazu führt, dass Sie Ihre Ziele voller Motivation langfristig verfolgen und letztendlich auch erreichen. Es gibt mehrere Arten von Verstärkern, die Sie bewusst einsetzen können. Es wird grundsätzlich zwischen zwei Verstärkern entschieden: den primären, die der Befriedigung von physiologischen Grundbedürfnissen (wie z.B. Wasser, Nahrung) dienen und den nicht lebensnotwendigen, sekundären Verstärkern, wie Lob, Noten oder die Erlaubnis etwas zu tun.

Zu den sekundären Verstärkern gehören materielle Faktoren (z.B. Geld, Blumen, Süßigkeiten oder angenehme Tätigkeiten, wie ein Kinobesuch, Fernsehen, Lesen), sowie soziale Faktoren, die häufig im Beisein von anderen Personen ausgelebt werden (z.B. aufmerksames Zuhören, Beifall klatschen).

Natürlich kann nicht jeder Mensch mit den gleichen Verstärkern getriggert werden. Denn wenn jemand bspw. kein Lakritz mag, ist diese Süßigkeit keine sinnvolle Belohnung. Die grundlegende Haltung und die Präferenzen eines jeden Einzelnen sind individuell.

Außerdem kann ein einziger Verstärker in verschiedenen Situationen unterschiedlich wirken: Ob etwas eine verstärkende Wirkung hat, hängt also von unserer Bedürfnislage, unseren eigenen Ansprüchen und unseren Erwartungen ab. Wenn sich jemand alleine und einsam fühlt, freut er sich über einen Anruf. Jedoch ärgert sich diese Person dagegen über einen Anruf, wenn er dadurch bei einer interessanten Fernsehsendung gestört wird. Was heißt das nun bzw. was hat das für Sie für Konsequenzen?


Sie sind dran: Integrieren Sie Belohnung in Ihren Alltag

1. Integrieren Sie Belohnung in Ihren Alltag

Wählen Sie eine der oben genannten Belohnungsarten, die Sie zukünftig in Ihren Alltag integrieren möchten. Stellen Sie sich dafür folgende Fragen: Mit welcher Belohnungsart kann ich ein bestimmtes Verhalten langfristig verstärken? Welche Art der Belohnung lässt sich für mich leicht realisieren? Welche Art der Belohnung bietet mir eine gewisse Flexibilität? Machen Sie Ihre Belohnung möglichst konkret und halten Sie sie beispielsweise in der everskill App fest.

2. Beobachten Sie Veränderungen

Reflektieren Sie die Situationen, in denen Sie Ihre neue Belohnungsmethode angewendet haben. Beobachten Sie, wie positiv sich diese Situationen verändert haben, verglichen mit vergangenen Situationen. 

 

Quellen