Wir alle kennen Situationen, in denen der innere Dialog zwischen Engelchen & Teufelchen uns daran hindert, etwas zu tun oder uns für etwas zu entscheiden. Unsere inneren Stimmen sind unterteilt in eine, die uns ermutigt und unterstützt, und eine andere, die uns ständig kritisiert und infrage stellt.

Die Haltung, die wir einnehmen müssen, um unserem inneren Kritiker standzuhalten, ist für unsere allgemeine psychische Gesundheit und unser Wohlergehen als äußerst vorteilhaft erwiesen worden: „Selbstmitgefühl“1 (Self-compassion). Dieses Konstrukt aus der buddhistischen Psychologie umfasst die Art und Weise, wie man kontinuierlich mit Freundlichkeit, Wohlwollen und Nachsicht dem Selbst gegenübertritt.

Selbstmitgefühl umfasst drei Komponenten: die Freundlichkeit und das Verständnis für sich selbst anstelle harter Selbstkritik, die eigenen Erfahrungen als Teil des Menschseins zu sehen, anstatt sie zu isolieren, sowie die eigenen schmerzhaften Gedanken und Gefühle im Bewusstsein zu behalten, anstatt sich übermäßig mit ihnen zu identifizieren.

Der Einfluss von Selbstmitgefühl auf das Lernen

Da eigene Emotionen und Erkenntnisse über das Selbst eine wichtige Rolle bei der Zielfindung, sowie deren Verfolgung spielen, ist Selbstmitgefühl für jeden Lernprozess wichtig. Selbstmitfühlende Menschen sind freundlicher zu sich selbst. Wenn sie während ihres Lernens versagen, sind sie sich bewusst, dass Scheitern Teil des Menschseins ist, und gehen achtsamer mit ihren negativen Emotionen um. Infolgedessen sind sie eher in der Lage, Misserfolge als eine Chance zum Lernen und Wachsen anzusehen. 

In Situationen des Scheiterns ist es während eines Lernprozesses gesünder, sich von festgesetzten Zielen zu lösen und revidierte oder neue, wichtigere Ziele zu verfolgen, als unter erheblichen physischen und psychischen Belastungen hartnäckig ein unerreichbares Ziel zu verfolgen. 

Selbstmitgefühl – Übung macht den Meister

Wie so oft, erscheint die Theorie einfach zu sein, aber ihre Anwendung in unserem Alltag durchaus schwieriger. Die gute Nachricht - Selbstmitgefühl kann man üben! Verwenden Sie daher die folgenden Tipps, um schnelle Fortschritte zu machen:

Erstens, Seien Sie achtsamer und weniger kritisch mit Ihnen selbst. Beginnen Sie konkret damit, Ihre Gefühle zu erkennen und anzunehmen, insbesondere die "kritische innere Stimme", ohne an Ihnen etwas ändern zu wollen. Sobald Sie Verständnis und Mitgefühl für Ihre kritische Stimme gefunden haben, können Sie ihr für die guten Absichten danken.

Zweitens, denken Sie daran, dass Sie nicht allein sind! Jeder geht durch harte Zeiten und leidet. Was man auch immer durchmacht, wird auch von Millionen anderen erlebt. Wenn wir unsere gemeinsame Menschlichkeit erkennen, können wir anfangen, uns mit anderen verbundener zu fühlen. Selbstmitgefühl bedeutet, sich selbst Raum zu geben, um menschlich zu sein, fehlerhaft und sensibel, faul und unproduktiv, ohne sich durch diese Seinsformen definieren zu müssen.

Drittens, zeigen Sie die gleiche Fürsorge, mit der Sie auch Ihren Freunden begegnen. Werden Sie das nächste Mal achtsam wenn Sie Schmerz empfinden. Lernen Sie, Ihre persönliche Kraft zu nutzen und Sie werden Ihr Leben auf einen größeren Lernerfolg ausrichten. Alternativ können Sie sich auch vorstellen, dass Sie Ihrem Selbst das Mitgefühl geben, das man einem Kind oder einem geliebten Haustier entgegenbringt.


Sie sind dran: Integrieren Sie Selbstmitgefühl in Ihren Alltag

1. Integrieren Sie Selbstmitgefühl in Ihren Alltag

Wählen Sie einen der oben genannten Tipps, die Sie in Zukunft in Ihren Alltag integrieren möchten. Notieren Sie die notwendigen Schritte, die Sie diesem Ziel näher bringen und integrieren Sie diese in Ihrem Alltag. Ein digitaler Coach, wie die everskill App, kann Sie dabei unterstützen, diese Ziele zu erreichen. Fangen Sie gleich damit an.

2. Beobachten Sie Veränderungen

Reflektieren Sie die Situationen, in denen Sie Ihre Stärken angewendet haben. Beobachten Sie, wie positiv sich diese Situationen verändert haben, verglichen mit vergangenen Situationen.

 

Quellen