„Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deinen Traum“ - positives Denken ist mittlerweile zu einem gängigen Leitsatz geworden. Doch reicht eine optimistische Einstellung aus, um unsere gesetzten Ziele oder Traumvorstellungen zu erreichen? Ganz so leicht ist es nicht, denn häufig bleibt es leider bei unseren guten Absichten, während die Träume unerfüllt bleiben.

Menschen, die sich ihre Zukunft zu rosig ausmalen und sich bereits auf dem sicheren Weg zu ihrem Ziel befinden, sind nicht genug auf mögliche Hindernisse vorbereitet. Beim mentalen Kontrastieren1 nutzt man den Effekt von positiven Gefühlen und setzt sich darauffolgend mit möglichen Schwierigkeiten und Risiken auseinander. So werden die Chancen auf eine erfolgreiche Durchführung des eigenen Vorhabens erhöht.

Laut Gabriele Oettingen2 hilft das gedankliche Pendeln zwischen positiven Zukunftsfantasien und der Reflexion möglicher Schwierigkeiten, Ziele zu erreichen. Bei diesem „mentalen Kontrastieren“ nutzt man Imaginationstechniken3, um mit passenden Lösungsstrategien für auftauchende Probleme gut gerüstet zu sein.

Mentales Kontrastieren steigert die innere Zufriedenheit angesichts der erfolgreichen Umsetzung von Zielen. Zudem werden eher erfolgversprechende Träume verfolgt. Denn mit der möglichen Erkenntnis, dass ein Wunsch unerreichbar ist, fällt es einem leichter sich von diesen unrealistischen Zielen zu verabschieden. Dieser Ansatz ist keinesfalls als Ersatz für die vielen unterschiedlichen Methoden der Motivationssteigerung zu sehen, sondern vielmehr als Ergänzung zu anderen Motivationstechniken. 

Bereite Dich optimal vor 

Die sogenannte „Wish, Outcome, Obstacle, Plan“- Methode4, kurz WOOP, basiert auf dem mentalen Kontrastieren und hilft Ihnen Ihre gesteckten Ziele zu erreichen:

Dafür stellen Sie sich zunächst die Frage: „Was möchte ich erreichen?“ Denken Sie an ein Problem, das Sie lösen oder ein Ziel, das Sie gerne erreichen wollen. Malen Sie sich ganz genau aus, wie es ist, an Ihrem Ziel angekommen zu sein. Schwelgen Sie in Ihrem positiven Zukunftsbild und halten Sie Ihre Gedanken dazu schriftlich fest.

Setzen Sie sich als zweites mit der Frage „Was für einen Nutzen werde ich haben, wenn ich das Ziel erreicht habe?“ auseinander. Hierbei stellen Sie sich das bestmögliche Ergebnis vor, welches mit der Zielerreichung einhergehen würde. Inwiefern würde es Ihr Leben verbessern?

Danach fragen Sie sich: „Was könnten Herausforderungen sein, die mich daran hindern, mein Ziel zu erreichen?“. Hier lohnt es sich, möglichst tief „zu graben“, um die verborgenen Hindernisse oder Ängste vor einem vordergründigen Grund zu erkennen. Auf diese Weise kommt man nach und nach zum wahren Kern eines Problems und kann sich dann mit dem vierten Punkt – dem Lösungsplan beschäftigen: „Mit welchem Plan kann ich das Hindernis beseitigen oder umgehen? Wer oder was kann mir dabei helfen?“

Formulieren Sie auch hier schriftlich, wie Sie die Schwierigkeiten bewältigen werden können. Durchführungsvorsätze: „Wenn …, dann werde ich folgendes tun“ sind hier sehr hilfreich.


Sie sind dran: Trainieren Sie mentales Kontrastieren 

1. Nutzen Sie die WOOP-Methode

Wenden Sie die WOOP- Methode für eins Ihrer Vorhaben an und pendeln Sie immer wieder zwischen dem Schwelgen in den positiven Zielfantasien und der Frage, wie Sie die nächste Hürde auf dem Weg zum Ziel bewältigen werden, bis Sie angekommen sind. Passen Sie außerdem Ihre Ziele an oder verfolgen Sie sie nicht weiter, wenn Sie feststellen, dass sie unerreichbar für Sie sind.

2. Kontinuierliche Übung führt zum Erfolg

Halten Sie schriftlich fest, was Ihnen geholfen hat, schwierige Situationen und Herausforderungen bei Ihrer Zielerreichung zu bewältigen. Nehmen Sie Fehltritte und Rückfälle zum Anlass, um daraus für die Zukunft zu lernen. Wie können Sie zukünftig in solchen Situationen besser reagieren? 

Quellen