Blended Learning verknüpft digitales und analoges Lernen miteinander und verbessert so den Erfolg von Personalentwicklung.

Es ist wie bei Leistungssportlern. Ihr Erfolg hat viele Säulen: das eigentliche Training in ihrer Disziplin ist die Grundlage, doch Profi-Athleten trainieren auch gezielt Kraft, Ausdauer und Technik. Sie haben einen ganzheitlichen Ansatz, damit sie mehr zu erreichen als der Durchschnitt. Blended Learning ist der ganzheitliche Ansatz für Erfolg von betrieblicher Weiterbildung.

 

Erfahren Sie hier alles über Blended Learning und seine Erfolgsfaktoren für Personalentwickler und ihre Mitarbeiter.

 

Inhalt 

Warum Blended Learning?

Blended Learning – so funktioniert’s

Erfolgsfaktoren von Blended Learning

Herausforderungen für Blended Learning

Modelle von Blended Learning

Tools für Blended Learning

Was Ihre Blended-Learning-Lösung können sollte

3 Beispiele für erfolgreiches Trainingsdesign

So gelingt die Umsetzung

Sicherer Umgang mit Daten

Warum Blended Learning?

Eine Trainingseinheit reicht nicht, um es auf das Treppchen bei Olympia zu bringen, und ein Soft-Skill-Training genügt nicht, um aus einem gestressten Chef eine empathische Führungskraft zu machen. Anders gesagt: Wenn Sie möchten, dass Ihre Personalentwicklungsmaßnahmen einen spürbaren Effekt im Unternehmen haben, genügen einfache Trainingsprogramme nicht. Verhaltensänderung braucht mehr als einen einzelnen Impuls.

 

Was ist Blended Learning?

Blended Learning bedeutet, digitales und analoges Lernen miteinander zu verbinden. Wörtlich übersetzt bezeichnet Blended Learning “vermischtes Lernen” – es werden also verschiedene Lernformen miteinander kombiniert. Die Lernenden profitieren davon, die Flexibilität von digitalen Lernangeboten mit dem direkten analogen Austausch mit ihren Trainern zu verknüpfen.

Blended Learning ermöglicht es Ihren Mitarbeitern, vor dem Seminar bereits Inhalte vorzubereiten, im Seminar neue Impulse zu erhalten oder nach dem Seminar eigenständig Trainingsinhalte zu wiederholen, ohne dass dabei Ihre Ressourcen als Personalentwickler gefordert wären. Das gelingt, indem Sie den Lernenden neben einem Präsenz- oder virtuellen Training ein ergänzendes Online-Angebot zur Verfügung stellen. Dieses Angebot motiviert die Teilnehmer, sich auch außerhalb des Trainings mit den Trainingsinhalten zu befassen und steigert so die Wirksamkeit von Personalentwicklung.

Verhaltensänderung langfristig begleiten

Konkret heißt das: Blended Learning ermöglicht es den Mitarbeitern, selbstbestimmt und individuell an ihren Lernzielen zu arbeiten – aber nicht in entkoppelten Web-Kursen in einem LMS, sondern mit Inhalten, die gezielt ein Trainingsprogramm ergänzen. Gerade bei Soft-Skill-Trainings kommt es weniger auf das eigentliche Wissen an als vielmehr auf die Anwendung und Änderung von Gewohnheiten.

Doch diese Gewohnheiten muss ein Teilnehmer erst einmal aufspüren, bevor er sie verändern kann – das wiederum passiert im Alltag, und nicht in der geschützten Trainingsumgebung. Wie beim Spitzensport: Ein Athlet wird erst Wettkampferfahrung sammeln, bevor er Titel gewinnt. Er muss erst lernen, mit der Situation umzugehen. Deshalb lohnt es sich für Unternehmen, Soft-Skill-Trainingsprogramme mit Alltags-Trainingsphasen zu ergänzen – und diese wiederum mit einer Blended-Learning-Lösung zu begleiten.

Vergleich-Blended-Learning

Blended Learning – so funktioniert’s

Blended Learning kombiniert Face-to-face-Kurse mit einer digitalen Komponente. Gutes Blended Learning heißt jedoch nicht, vor einem Training eine pdf an die Teilnehmer zu verschicken. Das ist so digital wie ein Nokia 6210.

Blended-Learning-Lösungen ergänzen ein Training ganzheitlich – sowohl inhaltlich als auch zeitlich. Sportler stimmen die verschiedenen Komponenten ihres Trainings sorgfältig aufeinander ab, damit sie am Wettkampftag Höchstleistungen abrufen und anschließend regenerieren können, um wieder fit zu werden für den nächsten entscheidenden Tag. Mit Blended Learning begleiten Sie die Teilnehmer von der Vorbereitung über den Trainingstag bis in die Nachbereitung ganzheitlich.

Blended Learning begleitet die Teilnehmer jederzeit

Bleiben wir beim Sport. Der Biathlon-Bundestrainer wäre kaum auf die Idee gekommen, Magdalena Neuner nur einige Stunden im Training zu sehen und die Sportlerin dann sich selbst zu überlassen. Orientieren Sie sich am Spitzensport. Dafür müssen Sie nicht rund um die Uhr für Ihre Teilnehmer verfügbar sein.

Vor dem Training: Teilnehmer, die das Trainingsthema schon kennen, holen Sie am besten ab, indem sie ihnen vorab Informationen zu den Inhalten zur Verfügung stellen. So beschäftigen sich Ihre Teilnehmer mit dem Thema, sind aufnahmebereit für neue Inhalte und kommen während der Veranstaltung ohne lange Einführung aus.

Während des Trainings: Binden Sie digitale Komponenten auch schon während des Trainings ein. In einer Veranstaltung mit mehreren Blöcken, zwischen denen mehrere Wochen verstreichen, hält ein digitaler Coach das neue Wissen frisch und motiviert, es gleich im Alltag einzusetzen. So entwickeln Mitarbeiter neue Kompetenzen prozessorientiert, beschäftigen sich eigenständig mit Lerninhalten und erhöhen den Trainingserfolg.

Nach dem Training: Entscheidend ist die Phase nach dem Face-to-face-Training. Jetzt kommt es darauf an, dass die Teilnehmer die Lerninhalte auch wirklich in ihrem Tagesgeschäft einsetzen, sonst hat das Training die gleiche Haltbarkeit wie eine angebrochene Dose Kokosmilch. Mit der Blended-Learning-Lösung motivieren Sie die Teilnehmer zur Verhaltensänderung, bieten ihnen Inhalte zum Nachlesen, Vertiefen, Wiederholen – für Sie als Personalentwickler alles auf Knopfdruck, für Ihre Teilnehmer als individueller Coach nach dem Training.

Ob vor, während oder nach dem Training: Eine Blended-Learning-Lösung bietet Mitarbeitern eine Möglichkeit zum selbstbestimmten Lernen nach Bedarf. Das motiviert und erhöht somit den Lernerfolg.

Inhalte nach Bedarf bereitstellen

Der Grundgedanke von Blended Learning lehnt sich an das 70-20-10-Modell an. 

 

Was besagt das 70-20-10-Modell?

Das 70-20-10-Modell gewichtet die Bereiche, in denen Menschen neue Fähigkeiten für ihre Arbeit erlernen.

Demnach erarbeiten sich Mitarbeiter 70% ihrer Fähigkeiten on-the-job selbst in konkreten Situationen. 20% lernen die Mitarbeiter von Kolleginnen und Vorgesetzen beim so genannten „sozialen Lernen“. Nur 10% der Fähigkeiten erlangen Mitarbeiter in gezieltem und strukturiertem Training.

Somit lernen Mitarbeiter gerade einmal 10% ihrer Fähigkeiten in strukturierten Trainings – und den Rest nebenbei und on-the-job. Mitarbeiter, Personalentwickler und Unternehmen profitieren davon, wenn dieser Rest in Bahnen gelenkt wird.

Deshalb kommt es auf die richtigen Inhalte für Ihre Blended Learning-Lösung an. Das können Inhalte sein, die das Wissen aus einer Präsenzveranstaltung einfach wiedergeben oder vertiefen. Denkbar sind auch Informationen, die nur für einen Teil der Mitarbeiter relevant sind, etwa in Unternehmen mit standortspezifischen Unterschieden. Mitarbeiter verschiedener Niederlassungen besuchen dann dasselbe Training, erhalten aber im Anschluss die für ihren Standort relevanten Informationen zusätzlich digital aufbereitet.

Menschen lernen dann, wenn sie es wollen und die Informationen benötigen. Den größten Hebel hat erfolgreiche Personalentwicklung, wenn sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese Informationen zur Verfügung stellt. So beugen Sie außerdem vor und verhindern, dass falsches Wissen weitergegeben wird.

Erfolgsfaktoren von Blended Learning

Blended Learning ergänzt Face-to-face-Trainings um digitale Lerneinheiten. So schaffen Sie einen ganzheitlichen Lernansatz für Ihre Mitarbeiter, der diese in ihrer Entwicklung unterstützt und einen echten Mehrwert für Ihr Unternehmen schafft.

Erfolgsfaktor #1: Mitarbeiter trainieren individuell

Spitzensportler genießen ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Trainer und einen Trainingsplan, der exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Das ist im betrieblichen Kontext so nicht machbar. Machbar wird es dann, wenn sie das Face-to-face-Training für alle Teilnehmer als Grundlagenkurs verstehen, der die Mitarbeiter dazu befähigt, sich anschließend einen Trainingsplan nach eigenem Bedarf zusammenzustellen.

Dann arbeiten die Teilnehmer anschließend mit der Blended-Learning-Lösung an ihren persönlichen Themen und können auf die Inhalte zugreifen, die für sie in ihrer Situation sinnvoll und hilfreich sind.

Erfolgsfaktor #2: Lerninhalte sind immer und überall verfügbar

Blended Learning heißt digitales Lernen, und digitales Lernen heißt zeit- und ortsunabhängiges Lernen. Ihr Mitarbeiter kann dann auf Inhalte zugreifen, wenn er es möchte. Ob im Home Office, im Verkaufsraum, im Außendienst beim Kunden: Insbesondere mobile Lösungen passen sich exakt dem Bedarf Ihrer Mitarbeiter an und ermöglichen die Anwendung von Lerninhalten im Alltag.

Erfolgsfaktor #3: Daten verraten Ihnen, was los ist

Digitale Plattformen sammeln Daten, und solange diese Daten keine Rückschlüsse auf einzelne Mitarbeiter zulassen, können Sie diese für die Verbesserung Ihrer Personalentwicklung nutzen. Aggregierte Daten geben Ihnen beispielsweise Auskunft darüber, wie lange und wie häufig Mitarbeiter an ihren Zielen arbeiten, welche Schwerpunkte sie setzen und welche Themen weniger relevant sind.

Diese Informationen sind die Grundlage für Entwicklung der Personalentwicklung – nur wenn Sie wissen, wo Ihr Unternehmen steht, können Sie wissen, ob die Personalentwicklung dazu beiträgt, Unternehmensziele zu erreichen.

Erfolgsfaktor #4: Blended Learning senkt Trainingskosten

Mit Blended Learning bereiten Sie Ihre Präsenz- und virtuellen Trainings vor, so dass Trainer und Teilnehmer während der Veranstaltung gleich einsteigen können. So macht Blended Learning den Schulungsprozess nicht nur effektiver, sondern auch effizienter. Außerdem vermeiden Sie Trainings am Bedarf vorbei und sparen so Kosten für wirkungslose Veranstaltungen.

 

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Herausforderungen für Blended Learning

Mitarbeiter profitieren von den Vorteilen von Blended Learning, wenn sie sich aus ihrer Komfortzone bewegen und darauf einlassen, etwas Neues zu probieren. Davon sind naturgemäß nicht alle begeistert. So räumen Sie Herausforderungen aus dem Weg.

Herausforderung #1: Digitale Lösungen sind kein Selbstzweck

Eine Blended-Learning-Technologie funktioniert nur dann, wenn sie wirklich ein Problem der Lernenden löst und einfach zu nutzen ist. Ein digitales Tool um des digitalen Tools willen werden ihre Mitarbeiter nicht verwenden.

Definieren Sie die Anforderungen Ihres Unternehmens und entscheiden Sie dann auf Basis dessen, was Ihren Mitarbeitern wirklich weiterhelfen würde, welches Blended-Learning-Tool für Ihre Personalentwicklung geeignet ist – und ob Blended Learning wirklich der richtige Ansatz für Sie ist.

Herausforderung #2: Blended Learning ruft Skeptiker auf den Plan

Nicht alle ihre Mitarbeiter werden laut „Hurra“ schreien, wenn sie eine neue Plattform verwenden sollen. Es gibt immer Skeptiker, die kein Interesse an Veränderung haben, sich um ihre Daten sorgen oder zusätzlichen Aufwand fürchten.

Überzeugen Sie in Ihrem Unternehmen, indem Sie Ihre Blended-Learning-Lösung in einem Pilotprojekt einführen. Testen Sie Ihr Vorhaben mit einer Gruppe, die klein genug ist, dass Sie sich Ihr organisatorischer Aufwand in Grenzen hält, und groß genug, dass Sie Erkenntnisse aus Ihrem Projekt ziehen können. Blended Learning eignet sich nicht für alle Teilnehmer und Trainings gleichermaßen.

Für eine aussagekräftige Stichprobe begleiten Sie deshalb sinnvollerweise verschiedene Trainingsgruppen und Trainingsprogramme, deren Ergebnisse Sie dann miteinander vergleichen. Stellt sich der gewünschte Erfolg ein, gehört zu einem erfolgreichen Roll-out auch, dass Sie Ihre Mitarbeiter in der Nutzung der neuen Technologie schulen. Das muss keine tagfüllende Veranstaltung sein, sondern eine kurze Einführung genügt.

Herausforderung #3: Ein weiteres IT-System

Ja, Blended Learning bedeutet eine weitere Plattform in Ihrer IT-Landschaft. Nein, das muss nicht aufwendig sein: Die Anbindung an Ihr LMS oder an SAP Success Factors muss nicht gleich im ersten Schritt erfolgen.

Fangen Sie klein an. Vor allem: Nutzen Sie, was bereits vorhanden ist und entwickeln Sie keine Inhouse-Lösung. Nehmen Sie ein externes Blended-Learning-Tool und passen Sie auf Ihre Bedürfnisse an. Das geht schneller, einfacher und kostengünstiger als Eigenbau.

Modelle von Blended Learning

Blended Learning ersetzt weder Online-Lernen noch Face-to-face-Trainings (egal, ob sie virtuell oder in Präsenz stattfinden), stattdessen bringt es beide Formen zusammen. So unterstützen sich die Formate gegenseitig.

Es gibt tausende Trainingsmethoden, doch nicht jede ist für jeden Sportler geeignet, um das beste aus ihm oder ihr rauszuholen. Jeder Sportler benötigt andere Rahmenbedingungen, um der beste in seiner Disziplin zu werden.

Genauso gibt es verschiedene Modelle von Blended Learning, die Sie in Ihre Programme integrieren können; nicht immer lassen sie sich exakt voneinander trennen. Es kommt auch nicht darauf an, ein Modell möglichst umfassend einzusetzen. Die Idee ist, dass Sie sich inspirieren lassen und Blended Learning in Ihrem Unternehmen auf Ihre Bedürfnisse anpassen.

Face-to-face-Driver

Face-to-face-Driver bedeutet, dass nach einer gemeinsamen Veranstaltung individuelle Angebote für die Teilnehmer bereitgestellt werden, mit denen sie je nach Kenntnisstand Wissenslücken ausgleichen oder sich zusätzlich zum bereits vermittelten Stoff weiterbilden können.

Dieses Modell ist besonders geeignet für Trainingsveranstaltungen, in denen das Vorwissen der Teilnehmer sehr heterogen ist.

Online-Driver

Als Gegenstück zum Face-to-face-Driver wird das Wissen beim Online-Driver in virtuellen Trainings vermittelt. Anschließend arbeiten die Lernenden asynchron im eigenen Tempo ebenfalls virtuell weiter an ihren Themen.

Dieses Modell eignet sich, wenn keine Präsenzveranstaltungen möglich sind.

Rotation

Beim Rotationsmodell wechseln sich Online- und Präsenzveranstaltungen eines Kurses nach einem fixen Plan ab: Der Lernstoff wird in Präsenz vermittelt und in anschließenden Online-Tests abgefragt.

Dieses Modell eignet sich, um Präsenzzeiten zu reduzieren.

 

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Flipped Classroom

Das „umgedrehte Klassenzimmer“ stellt die Hausaufgabe vor den Unterricht: Die eigentliche Information wird also im e-Learning vermittelt und die Trainer unterstützen anschließend bei der Umsetzung und beantworten Fragen der Teilnehmer.

Dieses Modell eignet sich, wenn die Lerninhalte besonders anwendungsorientiert sind.

Online Lab

Das „Labor“ ist ein virtueller Raum, in dem Sie den Teilnehmern alle Inhalte online zur Verfügung stellen. Die Teilnehmer sind zeitgleich in diesem virtuellen Schulungsraum anwesend, die Kommunikation mit den Lehrenden erfolgt nach Bedarf, entweder persönlich oder ebenfalls online z.B. über Foren, E-Mail oder Videotelefonie. Darüber hinaus sind die Teilnehmer frei in ihrem Lernen.

Dieses Modell eignet sich für Inhalte, die Lernende sich größtenteils selbst erarbeiten können und bei denen nur punktuell die Unterstützung eines Trainers notwendig ist.

Self-Blend

Das Modell Self-Blend leben alle Fernstudenten: Sie besuchen wenige Präsenzveranstaltungen, die von Online-Kursen ergänzt werden. Das Modell ähnelt dem Rotationsmodell, allerdings werden beim Self-Blend ganze Kurse von den Teilnehmern selbst erarbeitet und nicht nur einzelne Themenblöcke.

Dieses Modell eignet sich, wenn die Teilnehmer besonders motiviert sind.

Integrated Blended Learning

Beim integrierten Blended Learning binden Personalentwickler Trainingsinhalte vorab in die Blended-Learning-Lösung ein. Die digitale Unterstützung ist dann eng an das Präsenzprogramm geknüpft und ermöglicht es den Teilnehmern, sich im Training eigene Ziele zu setzen. Nach dem Training können die Teilnehmer an ihren Zielen arbeiten, sich mit anderen Teilnehmern und Trainern austauschen und auf allgemeines Lernmaterial wie das Fotoprotokoll zugreifen.

Diese Methode eignet sich am besten für einen ganzheitlichen Ansatz von Blended Learning.

Tools für Blended Learning

Vielfältige Tools stehen bereit, mit denen Sie die ideale Blended-Learning-Lösung für Ihren Anwendungsfall zusammenstellen können. Ein FC Bayern München kann seinen Spielern alle Trainingsangebote zur Verfügung stellen. Vereine mit begrenztem Budget müssen genauer hinschauen. Vor der Investition steht die Frage: Was genau wollen wir mit dem Angebot erreichen und welches ist ideal für unser Ziel geeignet?

E-Learning

Beim E-Learning absolvieren die Teilnehmer eigenständig Online-Kurse und arbeiten sich asynchron in ein Thema ein.

E-Learning ist gut geeignet, um Fach- oder Produktthemen zu schulen oder den Wissensstand der Teilnehmer vor einem Präsenztraining anzugleichen. Für das Training von neuen Verhaltensweisen ist E-Learning nicht geeignet.

Wissen: 🎓🎓🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼

Microlearning

Microlearning bietet den Teilnehmern kleinste Lerneinheiten, die sie in maximal 5 Minuten bearbeiten können und kompakt einzelne Aspekte eines Themas behandeln.

Microlearning lässt sich gut in den Alltag integrieren, um inhaltliche Impulse zu einem gelernten Thema zu geben. Es ist nicht für komplexere Aufgaben geeignet.

Wissen: 🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Best-practice-Videos

Bei Best-practice-Videos zeigen den Lernenden idealtypische Situationen, mit denen sie sich identifizieren und die sie auf ihren beruflichen Alltag adaptieren sollen.

Gut geeignet sind sie beispielweise für Produktvorstellungen und Verkaufsgespräche; weniger jedoch, wenn es um Situationen geht, in denen Originalität gefragt ist, wie etwa in Führungssituationen.

Wissen: 🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Quiz

Eine bekannte Form des Blended Learning sind Quiz, meist im Multiple-Choice-Format.

Sie sind aufwendig in der Produktion, eignen sich aber ideal, um Wissen abzufragen. Aufgrund ihrer Struktur sind sie jedoch nicht geeignet, um Verhaltensänderungen zu erreichen. Klar: Haben Sie schon einmal eine Führungskraft gesehen, die besser wurde, weil Sie beantwortet hat, wie die 4 Is von Transformational Leadership heißen?

Wissen: 🎓🎓🎓🎓

Verhalten:👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Gemeinsame digitale Wissensdatenbank

Ebenfalls verbreitet sind gemeinsame Wissensdatenbanken, in denen Informationen und Wissen aus einem Training intern verbreitet wird.

Positiv ist, dass die Teilnehmer motiviert werden, ihre Ergebnisse zentral zur Verfügung zu stellen und die Lerninhalte zu reflektieren. Weniger geeignet sind auch Wissensdatenbanken, wenn es darum geht, prozedurales Wissen anzuwenden.

Wissen: 🎓🎓🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Augmented/Virtual Reality

In diesem Fall werden Trainings mit virtuellen Elementen ergänzt, wie beispielsweise bei Piloten, die in Simulatoren trainieren oder aufwendige Wartungsarbeiten, die im virtuellen Raum geschult werden.

Dieser Ansatz lohnt sich, wenn das Training am realen Objekt nicht möglich oder mit erheblichen Kosten verbunden ist. Allerdings ist VR-Training selbst sehr aufwendig und kann daher nur begrenzt einsetzt werden. Für Soft Skills wie Führung oder Kommunikation lohnt sich der Ansatz in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht.

Wissen: 🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Microsoft Teams/Zoom/Webex

Über inzwischen allseits bekannte Webanwendungen können Trainings virtuell und gleichzeitig live stattfinden.

Bei längeren Online-Kursen ist diese Form sehr gut geeignet, um mit geringem Aufwand kurze Check-ins zu ermöglichen. Für vollständige Kurse ist diese Form der Vermittlung eine Alternative, der aber wenn möglich eine Präsenzschulung vorgezogen werden sollte.

Wissen: 🎓🎓🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Blended Learning per App

Mit einer Blended-Learning-App unterstützen Sie Ihre Teilnehmer in dem Moment, in dem diese es brauchen und motivieren sie so zu einer Verhaltensänderung.

Eine App ist als mobile Plattform immer verfügbar und eignet sich daher ideal, nach Soft-Skill-Trainings eine Verhaltensänderung zu erreichen. Für einfache Wissensabfragen ist das Tool weniger geeignet.

Wissen: 🎓🎓🎓

Verhalten: 👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼👨🏾‍🤝‍👨🏼

 

Was Ihre Blended-Learning-Lösung können sollte

Blended-Learning-Lösungen unterstützen Teilnehmer nach dem Training dabei, den Lernstoff zu wiederholen und im Alltag einzusetzen. Deshalb ist die größte Stärke einer Blended-Learning-Lösung ihre Bedienbarkeit: nur, wenn sie sich in den Alltag der Teilnehmer einfügt, werden sie sie auch nutzen. Denn darum geht es: Die Teilnehmer sollen keine weiteren Inhalte passiv konsumieren, sondern sich auf die aktive Umsetzung von Inhalten aus virtuellen und Präsenztrainings konzentrieren.

Erfolgreich ist eine Lösung dann, wenn sie den Teilnehmern hilft, ein konkretes Problem zu lösen – beispielsweise Feedback zu geben – und nicht, wenn sie möglichst viele Funktionen hat. Allerdings: sie sollte nativ und offline verfügbar sein, damit die Teilnehmer wirklich überall und jederzeit an ihren Lerninhalten und -zielen arbeiten können. Eine stabile Internetverbindung darf keine Voraussetzung sein.

Darüber hinaus muss die Lösung sicher sein, so dass die Teilnehmer darauf vertrauen können, dass ihre sensiblen Daten nicht in falsche Hände geraten.

Auf Seite der Personalentwicklung kommt es darauf an, dass die Lösung schnell aufzusetzen ist und einfach an den Bedarfsfall angepasst werden kann. Es darf kein nennenswerter Aufwand für Sie entstehen, schließlich soll Blended Learning auch die Arbeit von Personalentwicklern erfolgreicher machen. Aus demselben Grund sollte die Lösung einfach in ein bestehendes Konzept zu integrieren sein, damit sie ihr Trainingsdesign nicht neu aufsetzen müssen.

 

3 Beispiele für erfolgreiches Trainingsdesign mit Blended Learning

Wie Siemens Blended Learning erfolgreich skaliert

Die Siemens-Programmmanager greifen bei der Gestaltung ihrer Trainings auf die Erfahrung von über 30.000 Teilnehmern zu, vergleichen, welche Schwerpunkte sie mit ihren Lernzielen gesetzt haben und wie erfolgreich sie dabei waren. Einmal aufgesetzt, können sie das Programm für hunderte Teilnehmer skalieren.

Inzwischen arbeiten mehrere hundert Siemens-Mitarbeiter täglich mit einer Blended-Learning-Lösung an ihren Fähigkeiten.

So sichert Haufe die Transferwirksamkeit seines Lernangebots

Der Trainingsspezialist Haufe unterstützt die Teilnehmer seiner Akademie seit 2020 digital dabei, die Inhalte von Trainingsprogrammen in die Tat umzusetzen. Den Grundstein für die Zusammenarbeit von Programmmanagern, Teilnehmern und der Blended-Learning-Lösung legt die automatisierte API-Schnittstelle.

Aus der Vielzahl von Trainings erhalten Produktmanager, Geschäftsführung und Trainer Informationen darüber, wie die Inhalte nach den Trainings angewendet werden. Welche Ziele sind den Teilnehmern wichtig? Wie groß ist die Interaktion und welche Trainingsunterlagen werden am häufigsten abgerufen?

So unterstützt Blended Learning alle Beteiligten dabei, täglich besser zu werden.

Die TU München verbindet Wissenschaft und Praxis

Die TU München bildet angehende Führungskräfte in einem berufsbegleitenden Studiengang aus. Wichtig ist den Programmverantwortlichen, dass die Studenten einen Nutzen in ihrem Tagesgeschäft feststellen und die Lerninhalte unmittelbar einsetzen und ihre Führungsqualitäten verbessern können.

Deshalb entwickelte die TU München gemeinsam mit everskill den Avatar Emma,  der die Teilnehmer nun unterstützt an ihren Zielen zu arbeiten und ihnen darüber hinaus zusätzliches Lernmaterial zur Verfügung stellt.

Blended Learning Trainingdesigns

Für erfolgreiches Blended Learning reicht es nicht, einfach einen Teil des Trainings digital abzuhalten. Das Trainingsprogramm muss durchdacht und das Design auf Blended Learning angepasst sein.

Hier finden Sie drei Vorschläge, die Ihnen helfen, effektives Blended Learning für Ihre Programme zu etablieren:

Eintägige Trainings

Design-eintaegiges-Training

Bei klassischen eintägigen Trainings wie zum Beispiel Arbeits- und Zeitmanagementtraining geht es darum, theoretische Inhalte so weit wie möglich aus dem Face-to-Face-Termin auszugliedern. Am besten sorgen Sie dafür, dass die Teilnehmer sich bereits vor dem Termin die wichtigsten Modelle und Techniken angeeignet haben.

Im Live-Termin fokussieren Sie sich dann auf zwei Dinge: Übungen in der Gruppe und Start der Transferphase. Dort sollte auch im Trainingsdesign ihr Hauptaugenmerk liegen. Im Start und der Durchführung des Transfers in den Arbeitsalltag.

Mehrtägige Trainings

Design-mehrtaegiges-Training

 

Bei mehrtägigen Trainings entfaltet Blended Learning ebenfalls hohe Wirksamkeit. Im Trainingsdesign sollten Sie sich darauf fokussieren, dass die Live-Interaktion der Teilnehmer auf mehrere Sessions verteilt wird. So können Sie zwischen den Sessions mit gezielten Praxisphasen erreichen, dass die Teilnehmer Erfahrungen sammeln und diese anschließend in der Gruppe diskutieren.

Blended Learning Tools wie Apps bieten hier die Möglichkeit zum Dranbleiben, aber auch zum Austausch in der Gruppe zwischen den Interventionen. Insbesondere Kommunikations-, Vertriebs- oder Projektmanagementtrainings werden nach diesem Schema designed.

Langfristige Programme

 

Design-langfristige-Programme

Am häufigsten werden langfristige Programme bei Führungskräften eingesetzt. Der Fokus liegt hier bei individueller Reflexion und weniger auf grobgalaktischem theoretischem Input. Hilfreich ist dabei, wenn Teilnehmer bereits vor dem ersten Live-Training ihre persönlichen Herausforderungen reflektieren. Häufig sind die Teilnehmer solcher Trainings erfahren und sollten dann auch ihre Erwartungen an das Training teilen.

Die Live-Interaktionen sollten hauptsächlich für Übungen genutzt werden. Diese bereiten die Teilnehmer darauf vor, das neu Gelernte im stressigen Alltag umzusetzen.

Die weiteren Live-Interaktionen dienen dann in erster Linie dazu, Erfahrungen mit dem neu Gelernten zu reflektieren aber auch um ab und an neue Impulse zu setzen.

So gelingt die Umsetzung von Blended Learning

Sie haben entschieden: Blended Learning unterstützt Ihre Mitarbeiter dabei, sich weiterzuentwickeln. Wunderbar – wenn da nicht noch die zögernden Kollegen wären. Wir haben 8 Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie alle Hürden auf dem Weg zu Ihrer Blended-Learning-Lösung problemlos überspringen:

So überzeugen Sie von Ihrer Blended-Learning-Lösung: 8 Tipps für Personalentwickler.

 

Sicherer Umgang mit Daten

Um das Thema Daten kommen Sie bei der Einführung von Blended Learning in Ihrer Personalentwicklung nicht herum. Umso besser, denn richtig geschützt können Sie diese Daten gleich für die Evaluation von Trainings weiterverwenden und auch als Personalentwickler selbst von der Trainingserweiterung profitieren.

Datenschutz. Klar: Der Schutz sensibler Mitarbeiterdaten muss jederzeit gewährleistet sein. Wenn Sie mit externen Anbietern zusammenarbeiten, sollten Sie mit diesen einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen und klären, wo diese Anbieter Ihre Daten speichern – vorzugsweise natürlich in der EU.

Trainingsdaten müssen außerdem aggregiert werden, damit keine Rückschlüsse auf einzelne Mitarbeiter möglich sind. Übrigens: Digital ist das einfacher möglich als analog, wo Sie beispielsweise auf Evaluationsbögen die Handschrift wiedererkennen können.

Datensicherheit. Hier geht es um die technische Seite. Keine Sorge: Sie müssen kein Informatiker sein, um die Datensicherheit zu gewährleisten.

  • Arbeiten Sie nur mit Dienstleistern zusammen, die nach ISO27001 zertifiziert sind und ein InformationssicherheitsManagementsystem nachweisen können
  • Außerdem muss der Dienstleister die „Top 10 Risiken für die Anwendungssicherheit“ des Open Web Application Security Projects beachten.
  • Holen Sie Ihren Datenschutzbeauftragten ins Boot und beraten Sie mit ihm, ob Ihrer BlendedLearning-Lösung alle Anforderungen Ihrer Organisation erfüllt

Betriebsrat. Der Betriebsrat will die Mitarbeiter schützen – und letztlich wollen Sie das auch, wenn Sie sie weiterentwickeln. Betonen Sie in den Gesprächen mit den Kollegen vom Betriebsrat immer wieder dieses gemeinsame Ziel. Das Gespräch sollten Sie frühzeitig suchen und dabei auch festhalten, dass Sie mit der Blended-Learning-Lösung das betriebliche Lernen verbessern und nicht etwa individuelle Leistungskontrolle durch die Hintertür einführen wollen.

 

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Quellen

ScienceDirect: Online learning versus blended learning of clinical supervisee skills with pre-registration nursing students: A randomised controlled trial

Commlab India: Achieving the Perfect Training Cocktail with the 4 Blended Learning Models

ispring: What is Blended Learning and How Can It Be Used?

Bildungsinnovator: BUCH: BLENDED-LEARNING FIBEL | Learning Experience Design mit Erfolgsgarantie