In Anspielung auf klassische Ökosysteme, in denen eine Gemeinschaft von Organismen in Abhängigkeit voneinander in einem bestimmten Habitat lebt, bezeichnet Corporate Learning System die Lernumgebung in einem Unternehmen.

Das klingt sperrig und hochtrabend wissenschaftlich, trifft aber den Kern:

Ein Learning Ecosystem ist das L&D-Äquivalent eines Ökosystems draußen in der Natur. So wie ein lebendes Ökosystem viele interagierende Spezies, Lebensräume und die komplexen Beziehungen zwischen ihnen umfasst, leben auch in einem „Lernökosystem“ viele Menschen und teilen Inhalte in unterschiedlichen Rollen und Lernkontexten in komplexen Beziehungen untereinander.

 

Was ist ein Corporate Learning Ecosystem?

Die Lernumgebung in einem Unternehmen bezeichnet man als Corporate Learning Ecosystem. Es umfasst Mitarbeiter, Personalentwickler und Führungskräfte in ihren unterschiedlichen Rollen und Beziehungen zueinander, die Lernkultur, die in der Organisation gepflegt wird sowie die verschiedenen Prozesse und Angebote der Personalentwicklung für die Weiterbildung.

 

Was beinhaltet ein Corporate Learning Ecosystem?

MenschenInhalteTechnologieLernkulturStrategie

Der Begriff „Corporate Learning Ecosystem“ umfasst also das gesamte Spektrum von Präsenztrainings, LMS, virtuellen Seminaren und erstreckt sich hin bis zum informellen Lernen, Angeboten wie internen Wikis, Schulungsunterlagen und schließlich auch die Nachverfolgung von Lernerfolgen sowie etwaige Überarbeitung von Trainingsprogrammen.

Insbesondere der informelle Teil des Lern-Ökosystems in Unternehmen prosperiert seit einigen Jahren, in denen Mitarbeiter verstärkt die Chance haben (und nutzen), sich im Internet kurzfristig zu informieren oder auch intensiv kostengünstig und selbstverantwortlich weiterzubilden.

Es lohnt sich, das Learning Ecosystem aktiv zu gestalten

Zwischen Mitarbeitern und den Unternehmen besteht eine gewisse symbiotische Beziehung. Mitarbeiter sind auf das Unternehmen angewiesen, Unternehmen aber ebenso auf ihre Mitarbeiter. Ehrgeizige Mitarbeiter, die lernen, wachsen und sich entwickeln möchten, bringen auch die Organisation voran.

Werden sie jedoch dabei von ebenjener Organisation ausgebremst, ist die Mühe vergebens. Diese Mitarbeiter brauchen die Unterstützung sowohl ihrer Führungskräfte als auch des Managements. Es müssen alle ein gemeinsames Interesse am Wachstum haben.

Zwei Optionen: Wachstum oder Resignation

Blicken wir wieder auf die Natur: Die Spezies eines Ökosystems wachsen entweder miteinander oder das Ökosystem stirbt. Gleiches gilt für Organisationen. Sie wachsen, wenn ihre Mitarbeiter sich entwickeln. Für ein wachstumsstarkes, gesundes Unternehmen müssen Sie also ein Corporate Learning Ecosystem, eine Lernumgebung schaffen, in der die Mitarbeiter „gedeihen“ und sie Herausforderungen aussetzen. Andernfalls haben diese Mitarbeiter zwei Auswege: Sie gehen oder erledigen Dienst nach Vorschrift.

Entscheidet sich ein Unternehmen hingegen bewusst dafür, kontinuierliches Lernen zu fördern, baut die Organisation Kapazitäten auf, die der Konkurrenz voraus sind – technisches Know-how, Anpassungsfähigkeit, Erfahrungswissen im Unternehmen.

Mit einem gepflegten Corporate Learning Ecosystem erhöhen Sie die Mitarbeiterbindung, senken Fluktuation und damit verbundene Kosten und tragen so ganz direkt zum positiven Geschäftsergebnis bei. Der Trainingsanbieter ej4 nennt fünf Komponenten, die in einem gesunden Corporate Learning System zusammenspielen müssen:

So setzt sich das Corporate Learning Ecosystem zusammen

Menschen – Im Zentrum stehen natürlich die Mitarbeiter, die Lernenden. Sie sind diejenigen, die Sie entwickeln wollen.

Behalten Sie außerdem im Blick, dass Ihre Mitarbeiter ihrerseits von anderen Menschen lernen: Von Trainern über Führungskräfte, interne Experten und langjährige Mitarbeiter bis hin zu privaten Weiterbildungsinitiativen, Freunden, Familienmitgliedern und ganz einfach dem Internet sind Ihre Mitarbeiter zahlreichen Einflüssen ausgesetzt.

 

Inhalte – Personalentwickler verwenden oft viel Zeit auf die Gestaltung von Trainingsinhalten, etwa für Präsenztrainings, LMS-Kurse, Handbücher etc.

Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche informelle Lerninhalte, die Personalentwickler nicht direkt beeinflussen können, etwa Gespräche mit Führungskräften, Wissen, das durch Mentorenbeziehungen weitergegeben wird, Flurfunk.

Auch im Bereich der Lerninhalte gibt es viele äußere Faktoren, wie private Trainings, Coachings oder Fachbücher und Youtube-Videos. Vieles von dem, was Ihre Mitarbeiter für Ihren Arbeitsalltag lernen, kommt von außerhalb Ihrer Organisation. 

 

Technologie – Personalentwicklern bietet digitale Technik zahlreiche Möglichkeiten für die Wissensvermittlung, die weit über den Betrieb eines LMS hinausgehen.

Blended-Learning-Lösungen unterstützen Mitarbeiter bereits vor einem Präsenztraining, bereiten sie optimal vor, und verbessern darüber hinaus den anschließenden Lerntransfer. Mitarbeiter können sich auf Lernplattformen austauschen und vernetzen.

Analytics-Konzepte ermöglichen es außerdem endlich, den Trainingserfolg nachzuweisen und Personalentwicklungsmaßnahmen gezielt zu überarbeiten.

 

Lernkultur – Dieser Punkt ist weniger greifbar als die vorherigen, aber dennoch in jeder Organisation zu spüren; auch und gerade, wenn es keine Lernkultur gibt.

Die Mitarbeiter wissen, was sie in Sachen Weiterbildung von ihrer Organisation erwarten können. Für Personalentwickler ist es also von entscheidender Bedeutung, eine Bestandsaufnahme der eigenen Lernkultur vorzunehmen und kritische Fragen zu stellen:

Unterstützt Ihre Lernkultur selbstgesteuertes Lernen? Werden die Mitarbeiter ermutigt, ihr Wissen zu teilen, oder herrscht Silodenken vor? Messen Sie Trainingserfolge?

 

Strategie – Entscheidungen zur Personalentwicklung sollten von einem strategischen Standpunkt aus getroffen werden.

Alle Komponenten des Corporate Learning Systems auf die Unternehmensziele einzahlen. Sonst läuft die Personalentwicklung Gefahr, zur Nebensache und damit zum vermeidbaren Overhead zu werden, der nur Kosten verursacht, aber keinen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet.

Gehen Sie den ersten Schritt

Wie ist es um das Corporate Learning System in Ihrer Organisation bestellt? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuelle Situation. Der erste Schritt ist, sich klarzumachen, dass es nicht reicht, einfach Trainings anzubieten.

Die Mitarbeiter warten nicht darauf, dass sie an einer Schulung teilnehmen dürfen, um dann ein Problem im Tagesgeschäft lösen zu können.

Der Schwerpunkt beim Aufbau des Corporate Learning Systems liegt woanders. Es geht primär darum, eine Umgebung zu schaffen, in der die Mitarbeiter überhaupt dazulernen können und ermutigt werden, sich selbstbestimmt zu entwickeln. Trainings sind dann ein Mittel zum Zweck, das Sie Ihren Mitarbeitern anbieten.

Als Personalentwickler kümmern Sie sich darum, dass die Mitarbeiter dieses Werkzeug einsetzen können und die Lerninhalte in den Alltag übertragen – zum einen hinsichtlich der Transferleistung, zum anderen hinsichtlich einer offenen Unternehmenskultur, die bereit ist, neues Wissen einzusetzen.  

 

Bleiben Sie an Ihren Lernzielen dran und unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, Trainingsinhalte im Alltag einzusetzen:

 

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