Wenn Geld knapp ist, suchen wir Möglichkeiten zu sparen.

In Unternehmen trifft dieser Kostendruck in aller Regel die Personalentwicklung. Trainings sind gut, aber verzichtbar, weil nicht unmittelbar zum Unternehmenserfolg beitragend.

So zumindest die Begründung. Dass Trainingsakademien in Unternehmen den entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten, wird oft übersehen, weil sie diesen Erfolg nicht belegen.

Im Expertengespräch diskutieren Dr. Anna Wiesinger, Partnerin bei McKinsey, und Dr. Daniel Schmelzer, everskill-CEO, wie Trainingsevaluation funktioniert.

So erhalten Sie einen Platz auf der Entscheidungsbank

Lernen ist wie Sport: Jeder weiß, dass es sinnvoll ist, aber an der Umsetzung hapert es häufig. Entsprechend schwer haben es Akademieleiter, die das C-Level davon überzeugen müssen, dass betriebliche Weiterbildung der Weg aus der Krise ist.

Akademieleiter müssen ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg zeigen. Dann werden sie im Unternehmen anders wahrgenommen und in Entscheidungen eingebunden, anstatt als Kostenfaktor zu gelten.

Holen Sie das C-Level ins Boot

Beitrag zum Unternehmenserfolg zeigen: Das klingt gut, braucht aber Zahlen. „Unsere Kunden sind dann erfolgreich, wenn es gelingt ihren Output zu messen“, so Anna Wiesinger.

Der erste Schritt dafür ist ein gemeinsames Verständnis von Geschäftsführung und L&D darüber, was Erfolg bedeutet. „Was sind unsere Fähigkeiten und wie tragen sie zum Geschäftserfolg bei?“, fasst Anna Wiesinger die Fragestellung zusammen.

Trainings haben keinen ROI

Das ist gerade bei Soft-Skill-Trainings nicht einfach. Daniel Schmelzer erklärt: „Häufig haben wir bei der Trainingsmessung zwei Teams: Das Team Net Promoter Score und das Team Return on Investment“. Keines von beiden gewinnt. Denn der Net Promoter Score misst lediglich die Zufriedenheit mit einem Training, aber nicht dessen Wirksamkeit. Der ROI misst zwar, wie erfolgreich ein Training war – vernachlässigt aber weitere Faktoren, die möglicherweise zu einer Veränderung beigetragen haben.

Gehen nach Sales-Trainings die Verkaufszahlen hoch, so kann das an der guten Schulung liegen. Oder an der Konjunktur. Oder am gestiegenen Kundenbedarf. Oder an der guten Laune im Team.

Der Trainingserfolg ist eine Blackbox.

 

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Marketing für Ihre Trainingsevaluation

Grundlage für erfolgreiche Trainingsevaluation ist ein Verständnis davon, was überhaupt erreicht werden soll. Welches Fähigkeitenprofil braucht das Unternehmen? Was sollen die Trainings leisten? Und schließlich: Was wollen wir evaluieren?

Für jedes Fähigkeitenprofil wiederum gibt es dann eine Kurve an Fähigkeiten. „So sehen wir, wohin wir wollen und helfen dann, die Mitarbeiter exakt dorthin zu entwickeln“, erklärt Anna Wiesinger. „Hier müssen wir die Führungskräfte in die Pflicht nehmen.“ Diese schätzen ein, wo ihre Mitarbeiter stehen und erarbeiten mit ihnen die weitere Entwicklung.

Messen, was nicht messbar ist

In einem Service Center kann das vielleicht bedeuten, dass ein Mitarbeiter in der Lage sein muss, über sein Skript hinauszugehen, bessere Fragen zu stellen, proaktiver zu sein und so besser auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen.

Es scheint auf den ersten Blick unmöglich, solche Fähigkeiten zu messen. Im Performance Marketing gelingt genau das jedoch seit Jahren. Wenn es möglich ist, den Einfluss einer Plakatkampagne zu messen, können auch die Auswirkungen von Trainings auf den Unternehmenserfolg gemessen werden. Personalentwicklung misst Dinge, die auf den ersten Blick nicht messbar sind.

 

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Das Prinzip ist als AIDA-Funnel bekannt: Attract, Interest, Desire, Act.

Es funktioniert auch für Learning & Development. Mitarbeiter bewegen sich von einem Punkt des Funnels zum nächsten. Vom Bewusstsein für ein Thema bis hin zur konkreten Verhaltensänderung sind die Schritte messbar: Wer hat an einem Training teilgenommen? Wer hat sich im Training Lernziele gesetzt? Wer arbeitet anschließend an seinen Lernzielen?

Starten Sie klein, aber wichtig

Für den Anfang ist es entscheidend, nicht gleich die gesamte Trainingsakademie vermessen zu wollen. Starten Sie klein: Welches ist das wichtigste Training, das Sie gerade haben?

Für dieses bauen Sie ein Dashboard, gemeinsam mit der Geschäftsführung. Definieren Sie gemeinsam, wie dieses Training hilft, die Unternehmensziele zu erreichen. Konzentrieren Sie sich dann auf einige wenige Messpunkte, die Sie umso genauer beobachten.

Legen Sie den AIDA-Funnel fest, den die Mitarbeiter durchlaufen sollen und woran Sie erkennen werden, ob ein Mitarbeiter die nächste Stufe erreicht hat. Damit erkennen Sie die Fortschritte Ihrer Mitarbeiter und weisen den Beitrag nach, den Ihre Akademie zum Unternehmenserfolg leistet. So sichern Sie Ihren Platz am Tisch der Unternehmensentscheider.