Spielt Ihre Personalentwicklung noch in der Kreisliga oder trainieren Sie schon für Olympia? Die Bedeutung der Personalentwicklung für Business Value und Unternehmensziele wird noch immer verkannt, und Personalentwickler sind mehr damit beschäftigt, Trainings zu planen als Mitarbeiter und damit die Organisation als Ganzes zu entwickeln.

Vermeiden Sie diese 5 Kardinalfehler vieler Personalentwickler und steigen Sie von der Kreisliga auf zu Weltklasseniveau.

1. Fehler: Personalentwicklung denkt zu klein

Personalentwicklung leidet unter falscher Bescheidenheit. Personalentwicklung heißt nicht, den Mitarbeitern ein möglichst umfassendes Trainingsportfolio anzubieten. Die Aufgabe ist viel größer.

Ein Unternehmen überlebt im Wettbewerb nur, wenn es lernbereit ist. Personalentwicklung schafft die Voraussetzung, dass Unternehmen ihre Ziele erreichen – denn natürlich erreichen nicht „Unternehmen“ die Ziele, sondern ihre Mitarbeiter. Personalentwicklung schafft Business Value.

So denken Sie größer

Das Ziel der Personalentwicklung ist kein geringeres, als eine offene Lernkultur in ihrer Organisation aufzubauen. Das erreichen Sie, indem Ihre Abteilung mit gutem Beispiel vorangeht. Etablieren Sie zunächst in Ihrem eigenen Team offene Lernstrukturen und regelmäßiges konstruktives Feedback. Machen Sie Ihre Abteilung zum gallischen Dorf. Mit dem Unterschied, dass Sie Ihr Erfolgsrezept nicht verheimlichen, sondern mit dem „Zaubertrank“ andere Abteilungen erobern und Ihre Erfahrungen teilen.

Vernetzen Sie sich. Finden Sie heraus, wer Sie unterstützen kann. Wer ist in seinem Team bereits ein Champion? Wer ist bekannt dafür, Wissen zu teilen? Schauen Sie dafür nicht nur in der Hierarchie aufwärts, sondern auch links und rechts.

 

2. Fehler: Personalentwicklung verzettelt sich

Zu oft verstehen sich Personalentwickler als das Mädchen für alles, das sämtliche Probleme der Organisation lösen muss: Trainingsprogramme entwickeln und organisieren, Führungskräfte entwickeln, Talent Management organisieren und Karrierepfade definieren, digitale Tools und LMS integrieren und, damit es nicht langweilig wird, noch ein wenig organisationsübergreifende Lernkultur etablieren. Puh.

Wenn Sie sich alle diese Aufgaben auf einmal aufhalsen, werden Sie keine wirklich erledigen können. Die gute Nachricht: Es geht auch anders.

 

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Wählen Sie Ihren Fokus

Erfolgreiche Personalentwicklung gelingt, wenn Sie sich auf eine Aufgabe fokussieren. Dafür ist es sinnvoll, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen. An welchen Themen arbeitet die Abteilung gerade? (Das gilt umso mehr, wenn Sie allein die ganze Abteilung sind)

Überlegen Sie dann, welches die wichtigsten Faktoren für kurz- und langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens sind. Bewährt hat sich dabei das Prinzip „Kill your Darlings“. Sie sollen nicht zum Messer greifen, sondern eine Methode von Autoren verwenden: Begraben Sie die Ideen, die nicht zum Erfolg führen, und wenn sie Ihnen noch so gut gefallen.

Überlegen Sie stattdessen möglichst neutral, welche Ihre drei zentralen Erfolgsfaktoren sind und wie Sie diese erreichen. Alles andere ist nachrangig:

 

Lagern Sie Aufgaben aus, automatisieren Sie, was immer möglich ist oder streichen Sie Themen, die nicht unmittelbar auf Ihre Erfolgsfaktoren einzahlen.

3. Fehler: Lernen findet nur punktuell statt

In vielen Fällen verstehen Mitarbeiter unter Personalentwicklung noch immer Webinare, Präsenztrainings oder Kurse im LMS. Dabei ist längst wissenschaftlich erwiesen: Eine einmalige Weiterbildungsveranstaltung hat praktisch keinen Lerneffekt. Das bekannte 70-20-10-Modell hingegen geht davon aus, dass 70% des Lernens beim Training on-the-job stattfindet – die Mitarbeiter eignen sich ihre Fähigkeiten also nebenbei selbst an.

Etablieren Sie kontinuierliches Lernen

Erinnern Sie sich noch an Ihre Fahrschulzeit? Und an die erste Fahrt ohne Fahrlehrer, mit dem druckfrischen Führerschein in der Tasche? Sicherlich waren Sie damals nicht so souverän im Straßenverkehr unterwegs wie heute. Neue Fähigkeiten brauchen Übung, bis sie zur unbewussten Gewohnheit geworden sind. Genau diesen Effekt hat Training on-the-job.

Damit eine Weiterbildungsmaßnahme nachhaltig wirkt, brauchen Mitarbeiter Ihre Unterstützung dabei, die Trainingsinhalte tatsächlich im Alltag einzusetzen. Behalten Sie Ihr Corporate Learning Ecosystem im Blick: Trägt die Umgebung, in der sich Ihre Mitarbeiter befinden, zu ihrem Wachstum bei? Oder hemmt sie es womöglich?

4. Fehler: Träge Prozesse verhindern schnelle Reaktionen

Es zeigt sich immer wieder: Egal, wie innovativ das Produkt eines Unternehmens ist, die Prozesse in der Organisation bleiben traditionell. Ist das der Fall, werden Programmverantwortliche als Sachbearbeiter missverstanden, die Trainings organisieren. Dass sie auch die Richtigen sind, wenn es darum geht, ein Training zu verbessern, wird dann übersehen.

Führen Sie agile Strukturen ein

Unternehmen planen ihre Weiterbildungsmaßnahmen oft auf Jahre im Voraus. Was Termine betrifft, ist langfristige Planung mindestens für das kommende Jahr auch sinnvoll und oft notwendig. Bei Inhalten und Methoden sieht es jedoch anders aus.

Diese können Sie bei Inhouse-Veranstaltungen auf den Bedarf Ihrer Lerngruppe anpassen. Gerade weil Soft-Skill-Trainings unabhängig von externen Faktoren wie Software, Gesetzen oder physischen Produkten sind, können Sie schnell reagieren und die Inhalte Ihrer Veranstaltung auf den Bedarf Ihrer Mitarbeiter anpassen.

5. Fehler: Verfehlte Digitalisierung

Ein LMS macht noch keine Digitalisierung. Digitalisierung ist disruptiv. Wenn also ein Training anstatt in Präsenz nun online stattfindet oder Mitarbeiter ein Web-based Training durchklicken, hat das nichts mit Digitalisierung zu tun. Das ist in etwa so, als würde man das Internet nur für Mails nutzen, die einen klassischen Brief ersetzen, und dabei alle anderen Interaktionsmöglichkeiten ignorieren.

Entwickeln Sie eine Digitalisierungsstrategie

Fangen Sie mit Ihrer Digitalisierungsstrategie ganz hinten an, beim gewünschten Ergebnis. Die Möglichkeiten für Digitalisierung sind endlos, Ihre Ressourcen sind es nicht. Deshalb steht am Anfang die Frage: Was soll die Personalentwicklung in Ihrem Unternehmen erreichen?

Eruieren Sie erst dann die Möglichkeiten, mit denen Sie digitale Tools in den Arbeitsalltag einbinden können. Lernapps helfen Ihren Mitarbeitern, Faktenwissen spielerisch zu wiederholen. Mobile Coaches unterstützen dabei, die Inhalte von Soft-Skill-Trainings in den Alltag zu integrieren. Digitale Tools liefern Ihnen Daten, mit denen Sie die Effektivität Ihrer Trainingsprogramme messen, verbessern und nachweisen können.

 

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Personalentwickler haben einen großen Hebel, wenn es darum geht, ob Unternehmen ihre Ziele erreichen; unternehmensintern womöglich den größten Hebel neben dem Recruiting.

Vermeiden Sie die 5 Kardinalfehler von Personalentwicklern und nutzen Sie das volle Potenzial der Mitarbeiterentwicklung, um Ihren Beitrag zum Business Value zu leisten und in Zahlen nachzuweisen. Schließlich heißt der Comic auch „Asterix und Obelix bei den Olympischen Spielen“ und nicht „in der Kreisliga“ 😊.

 

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