Übrigens: Einer unserer Teilnehmer, Andreas Sagmeister, hat uns seine interaktive Mind-Map zur Verfügung gestellt, die unser Thema des Expertengesprächs sehr gut zusammenfasst. Schauen Sie doch mal rein. 

Mind-Map zu unserem Expertengespräch "Digitalisierung der Hilti-Akademie"

Mind-Map Expertengespräch Uwe Velhagen Digitalisierung Hilti-Akademie

Inhalt 

Prioritäten setzen

Formate überarbeiten

Trainer unterstützen

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Prioritäten setzen:

1. Welche Trainings bewertet Hilti als systemrelevant?

Systemrelevante Trainings finden sich in allen Kategorien, vom Sprachtraining über Produktschulungen bis hin zum Training von Systemen und Programmen.

2. Wie haben Sie bewertet, welche Trainings systemrelevant sind?

Wir haben uns gefragt, welche Trainings überlebenswichtig sind: zum einen für die Organisation, zum anderen aber auch für den einzelnen Lernenden. Überlebenswichtig sind für uns die Trainings, ohne die jemand seine Arbeit nicht machen kann.

Konzentriert haben wir uns dann auf Führungskräftetrainings, aber natürlich auch auf Produktschulungen. Hilti ist außerdem in der Zwischenzeit weiter gewachsen, also sind auch Onboardings wichtig. Darüber hinaus können auch Sprachtrainings systemrelevant und überlebenswichtig sein, etwa wenn neue Mitarbeitende hinzu kommen, die einen Deutschkurs brauchen.

Formate überarbeiten:

1. Wie haben Sie die Trainings umgebaut? 

Wir haben bestehende Formate neu geschrieben und auf die digitale Vermittlung abgestimmt. Das heißt vor allem, dass wir die Trainingsdauer radikal reduziert und alles, was „nice to have“ ist, aus dem Trainingsplan gestrichen haben.

Außerdem haben wir Trainings entzerrt: Die Vermittlung von Inhalten decken wir über Webinare ab, für das Teilen von Erfahrungen nutzen wir Podcasts.

Wir haben uns die Frage gestellt: „Wie sieht ein sehr gutes Online Trainings aus?“ und nicht, wie wir aus unseren Präsenztrainings am besten ein Online Training machen können.

2. Wie lange dauert ein digitales Tagestraining bei Ihnen im Durchschnitt?

Das dauert nicht länger als 4 x 45 Minuten, der 45 Minuten-Takt gibt den als Zeitrahmen.

3. Welche synchronen und asynchronen virtuellen Formate und Tools nutzen Sie?

  • Microsoft Teams
  • Hausinterne Lernplattform FUSE
  • Videoplattform
  • Articulate für Self-Learning
  • Online Coaching Tool

4. Wie hoch sind die Praxisanteile in den Trainings und wie haben Sie diese dann in den Online-Trainings umgesetzt?

Gerade beim Onboarding der Sales-Mitarbeitenden ist der Praxisanteil sehr hoch, etwa die Hälfte der Übungen ist praktisch. Die Teilnehmenden bekommen jetzt „Hausaufgaben“, die sich auf ihren Trade beziehen. Sie üben also die Anwendungen der Tools, nehmen das auf Video auf und spielen diese auf eine Plattform. In den Sessions besprechen die Teilnehmenden dann gemeinsam die Videos.

Zusätzlich erhalten auch die Vorgesetzten Aufgaben, die sie dann im 1:1 mit ihren Mitarbeitenden trainieren – und zwar mit Maske in der Garage bei uns. Klingt lustig, aber funktioniert. 😊

5. Eine Ihrer Trainingszielgruppen sind Handwerkende. Wie konnten Sie diese Zielgruppe davon überzeugen, auch online zu lernen?

Wir arbeiten in diesem Bereich mit Gamification und kleinen Überraschungen, die es zu gewinnen gibt.

Manche Trainings müssen auch einfach sein: Wenn etwa der Handwerkende ein Zertifikat braucht. Zugegeben: Nicht alle konnten wir überzeugen, unser digitales Angebot zu nutzen.

6. Wie haben Sie Simulationstechniken wie VR und AR genutzt, um Praxisbestandteile zu ersetzen?

Bei VR/AR stehen wir noch ganz am Anfang. Wir überlegen, unsere Mitarbeitenden mit VR-Brillen auszustatten und dann in Zukunft auf diese Devices Inhalte auszuspielen.

AR nutzen wir schon, nämlich in der BIM World, dem Testzentrum für unsere digitale Plattform, in der wir Planung und Ausführung von Aufträgen in einem digitalen Modell zusammenführen. Hier bekommt der Mitarbeitende mit einer Brille die Stellen angezeigt, an denen er etwa bohren oder eine Verankerung montieren muss.

Bei großen Projekten steuert dieses System auch einen Bohr-/Montageroboter, der ganze Hallendecken bearbeiten kann.

7. Wie setzen Sie individuelle Coachings digital um? Wir beobachten, dass die Menschen diese jetzt mehr denn je benötigen.

Das beobachten wir auch. Viele bisher stabile Mitarbeitende stoßen nach und nach an die Grenzen ihrer Resilienz und Zuversicht.

Coachings, die bereits angelaufen sind, können wir leicht digital weiterführen. Coach und Coachee haben gegenseitiges Vertrauen schon aufgebaut. Unumgänglich ist allerdings, dass sie bei ihren Gesprächen die Kamera eingeschaltet haben, um Mimikresonanz und Körpersprache abgleichen zu können.

Neucoachings starten wir mit mindestens einer persönlichen Sitzung. Nach unseren Pandemieregeln dürfen sich zwei Personen treffen.

8. Wie kann ich Teilnehmende digital gut einbinden, Verbindung schaffen und Netzwerken ermöglichen?

Unsere Teilnehmenden sollen zwischendurch immer wieder in kleineren Gruppen in Breakout-Rooms zusammenarbeiten. Dort bearbeiten sie eine kleine Aufgabe gemeinsam und stellen diese dann im Plenum vor. Das hilft, Verbindungen zu schaffen.

Wir empfehlen außerdem, den Teilnehmenden eine Möglichkeit zu geben, sich nach der Veranstaltung zu vernetzten. Dabei hilft es, die Kontaktdaten zu teilen oder ein Chattool zu nutzen.

Am besten ist es, wenn die Teilnehmenden nicht zu weit voneinander entfernt wohnen. Dann regen wir an, dass sie zu zweit an der frischen Luft spazieren gehen – selbstverständlich mit 1,5m Abstand.

Trainer unterstützen:

1. Wie haben die Trainer darauf reagiert, dass sie in Tandems arbeiten sollen? Was waren die Herausforderungen?

Die Trainer sind Tandems gewöhnt. Wir leben eine ausgeprägte Feedbackkultur, in wir immer wieder gegenseitig an Trainings teilnehmen und danach Manöverkritik üben.

Herausfordernd sind dennoch die Absprachen: Wer macht was, wer ist für was verantwortlich, und halten sich dann auch alle daran? Außerdem muss sich der Co-Trainer zurückhalten, wenn der Leadtrainer vielleicht einmal etwas weglässt, was er selbst erwähnen würde. Hier gilt immer: Fokus auf die Teilnehmenden und darauf, diese nicht zu „überfrachten“.

Außerdem sind natürlich auch die neuen Trainingstools an sich herausfordernd. Es ist eben einfacher, schnell etwas auf ein Flipchart zu schreiben als auf ein digitales Whiteboard.

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Nach dem Expertengespräch ist vor dem Expertengespräch. Am 13. April um 11:00 — 11:30 wird unser nächstes Gespräch wird mit Anna Wiesinger von McKinsey zum Thema Future Skills stattfinden. Wenn Sie interessiert sind, können Sie sich gerne bereits unverbindlich anmelden: