Mindestens neun Jahre gehen Kinder in Deutschland in die Schule, bis sie einen ersten Abschluss erwerben können; meist sind es zehn und mehr Jahre von der Einschulung bis zu Mittlerer Reife, Abi und Co.:

Lernen braucht Zeit.

Als Erwachsene gehen wir jedoch häufig genug davon aus, dass wir neues Wissen und Fähigkeiten über Nacht lernen müssten. Ist das nicht der Fall, geben wir schnell auf.

Unlogisch.

Und unnötig.

Denn es gibt ein Zauberwort, mit dem auch Erwachsene kontinuierlich - lebenslang – lernen können: Gewohnheit. Entwickeln Sie Gewohnheiten, kleine Änderungen Ihrer täglichen Routinen, erreichen Sie so selbstgesteckte Lernziele und unterstützen Sie als Personalentwickler auch Ihre Mitarbeiter, sich immer weiter zu entwickeln.

Der amerikanische Autor James Clear rechnet vor, wie sich kleine Veränderungen im Laufe der Zeit aufsummieren: wenn Sie ein Jahr lang jeden Tag 1% besser werden, sind Sie am Ende des Jahres 37x besser.

Gewohnheiten entstehen nicht über Nacht. Aber mit Geduld und ein wenig Beharrlichkeit gelingt Veränderung langfristig und nachhaltig.

5 Wege, wie Sie kontinuierliches Lernen bei sich selbst und Ihren Mitarbeitern fördern können:

1. Bleiben Sie neugierig

Nutzen Sie jede Gelegenheit, Bereiche des Unternehmens außerhalb Ihrer eigentlichen Rolle und Aufgaben zu erkunden. Die Beteiligung an Projekten, die über die eigenen hinausgehen, hilft dabei, ein Unternehmen besser zu verstehen. Das reine Festhalten an einer Arbeitsplatzbeschreibung hingegen schränkt Ihre Entwicklung ein.

Tipp: Schaffen Sie in Ihrer Organisation die Möglichkeit, dass Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit an fachfremden, aber dennoch unternehmensrelevanten Projekten arbeiten. Das fördert ein Growth Mindset, gibt Mitarbeitern einen neuen Blickwinkel auf ihr Tagesgeschäft und hilft ihnen, motiviert und interessiert zu bleiben.

2. Stellen Sie Fragen

Im professionellen Kontext neigen wir dazu, Fragen zurückzuhalten, um nicht als inkompetent zu erscheinen. Dabei führen gezielte Fragen oft zu nützlichen Reflexionen und Diskussionen. Halten Sie sich hingegen zurück, hindern Sie nicht nur Ihre eigene Entwicklung, sondern wahrscheinlich auch die Ihrer Kollegen. Genauso wichtig wie Fragen stellen ist es auch, zuzuhören wenn man Ihnen antwortet. Stellen Sie Fragen, um zu verstehen, und nicht, um selbst wieder zu antworten.

Tipp: Die Praxis einer offenen Fragenkultur führt zu einer transparenteren Kommunikation in Unternehmen. Gehen Sie als Vorbild voran und äußern Sie Fragen und Bedenken in Meetings und nach Präsentationen. Eine innovative Idee ist ein interner Fragenpool, in dem Mitarbeiter aus jedem Bereich des Unternehmens bei Unklarheiten anonym in anderen Bereichen nachhaken können.

3. Gehen Sie kleinste Schritte

Ein politisch etwas unkorrekter Motivationssatz aus dem Projektmanagement lautet: „Wie verspeist man einen Elefanten?“ – „Stück für Stück.“ - - - Das funktioniert auch für das Erlernen neuer Fähigkeiten. Was immer Sie lernen möchten, brechen Sie die Fähigkeit in ihre Einzelteile herunter. Das senkt vermeintliche Hürden und gibt Ihnen ein Bild davon, was entscheidend für Ihren Erfolg ist.

Tipp: Nutzen Sie das Pareto-Prinzip. Wie erreichen Sie mit 20% Aufwand 80% des Ergebnisses? Geben Sie den Teilnehmern Ihrer Weiterbildungsprogramme die Gelegenheit, mit minimalem zeitlichem Aufwand den maximalen Erfolg zu erreichen. Es ist unmöglich, dass der Teilnehmer einer Zeitmanagementschulung alle Produktivitätstipps auf einmal umsetzt. Hingegen ist es sehr wohl möglich, dass er überlegt, welche Übung den größten Nutzen für ihn hat und sich auf diese eine Übung zu konzentrieren.

4. Seien Sie offen für Feedback

Das richtige Feedback von den richtigen Menschen kann zu hervorragenden Leistungen führen. Nicht jede Rückmeldung wird Sie automatisch weiterbringen. Bitten Sie auch außerhalb von Jahresgesprächen um Feedback, so dass Sie sich unterjährig konstant weiterentwickeln können.

Tipp: Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, nicht nur von ihrem Chef Feedback einzuholen. Sie können zum Beispiel ein Buddy-System einrichten, in dem zwei Kollegen regelmäßig Feedback zu den Projekten des anderen geben.

5. Behalten Sie Ihr „Warum“ im Blick

Verdeutlichen Sie sich immer, warum Sie etwas Neues lernen wollen. Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation? Die Antwort auf das Warum steht immer im Zentrum ihrer Überlegungen, noch bevor Sie sich fragen, wie Sie ein Lernziel erreichen wollen oder was Sie konkret tun müssen, um es zu erreichen.

Tipp: Im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen müssen Mitarbeiter verstehen, warum sie an einem konkreten Training teilnehmen sollen. Kommunizieren Sie das „Warum“ und geben Sie den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich mit Ihrer Vision zu identifizieren. Das weckt die Intrinsische Motivation von Trainingsteilnehmern und erhöht den Erfolg der Personalentwicklung.

Machen Sie kontinuierliches Lernen am Arbeitsplatz zu Ihrer Gewohnheit. Wie zu Schulzeiten wird es dauern, bis Sie neue Fähigkeiten verinnerlichen und unbewusst anwenden. Schon als Schüler haben wir festgestellt, dass wir keine unregelmäßigen Verben lernen, indem wir das Vokabelheft unters Kopfkissen legen. Lernen braucht Geduld, aber Gewohnheit führt sicher zum Erfolg. Ganz im Gegensatz zur Hoffnung auf die wundersame Veränderung über Nacht.

 

Bleiben Sie an Ihren Lernzielen dran und unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, Trainingsinhalte im Alltag einzusetzen:

 

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