Jeder mag es belohnt zu werden. Ob als Kind mit einem Schokoladenstück fürs Zimmeraufräumen oder als Erwachsener im Job, wenn der Chef die eigene Entwicklung lobt. Für unser Verhalten positive Rückmeldung zu erhalten, gibt uns ein gutes Gefühl. Und nicht nur das – nachdem wir für unser Verhalten belohnt wurden, lernen wir, dieses Verhalten weiterzuführen.  

Dieses Prinzip wendet Produktivitätsguru und Bestsellerautor Tim Ferriss in seinem Buch „4 Hour Chef“ an. Darin beschreibt er wie jeder alles lernen kann - und eben auch, wie man innerhalb von 4 Stunden zum Meisterkoch wird. Einer der Knackpunkte, um dranzubleiben besteht laut Ferriss darin, die Schwelle für den ersten Lernerfolg sehr niedrig zu halten. Das psychologische Konzept dahinter ist bereits seit Jahrzehnten bekannt. Nach der operanten Konditionierung von Skinner, lernen wir besser und schneller, wenn wir direkt für unser Verhalten belohnt oder betraft werden. Somit wird unser Verhalten positiv oder negativ verstärkt. Wenn man das, wie Ferriss, auf den allerersten Lernerfolg anwendet, geht dieser Effekt durch die Decke. 

Bei Soft Skill Trainings ist dieser Moment des ersten Lernerfolgs äußerst entscheidend. Nach einem Seminar geht es für die MitarbeiterIn daran, das Gelernte zum ersten Mal bei ihren Kolleginnen anzuwenden. Auch dem extrovertiertesten Menschen kann es schwerfallen, eine ungewohnte neue Verhaltensstrategie „live“ mit Kunden oder Kollegen auszuprobieren. Die ersten Schritte müssen daher so einfach wie möglich gestaltet sein.  

Nehmen wir einmal an, dass Sie gerade in einem Seminar gelernt haben wie man richtig Feedback gibt. Sie sollen dies nun im Alltag anwenden und bekommen die Aufgabe, ein einstündiges Feedbackgespräch zu führen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das tatsächlich umsetzen? Vermutlich sehr gering. Setzen Sie die Schwelle daher niedriger, und nehmen Sie sich vor, innerhalb von 5 Minuten ein kleines Mikro-Feedback vorzubereiten. So feiern Sie schneller und einfacher Erfolge, die Sie motivieren, dranzubleiben und sich Stück für Stück an die neue Verhaltensweise zu gewöhnen. 

Unser Gehirn verbindet Erfahrung und Belohnung  

Es ist reine Biochemie, die uns dazu verleitet nach einer erfahrenen Belohnung das Verhalten zu wiederholen. Wenn wir etwas Positives verspüren, schüttet unser Körper das Glückshormon Dopamin aus. Dieser Botenstoff wandert in unseren Hippocampus, das Gehirnareal, das für Gedächtnis und Lernen zuständig ist. Die Informationen aus den verschiedenen Gehirnbereichen und Botenstoffen werden in unserem Cortex zusammengeführt. Das Gehirn verbindet also Erfahrung mit Belohnung und speichert es ab. Daher wiederholen wir die Verhaltensweisen, durch die wir den Glücksrausch zuerst verspürt haben. Je leichter das Gefühl zu erreichen ist, desto besser. Deshalb lohnt es sich, die Schwelle für den ersten Lernerfolg gering zu halten, um sie dann Stück für Stück höher zu legen.  

Das gleiche Prinzip wenden übrigens soziale Netzwerke mit „Gefällt mir“-Angaben und Kommentaren an. Die Anerkennung unserer Mitmenschen löst bei in unserem Gehirn den gleichen Prozess aus, wie ein Stück Schokolade. Demnach sollten MitarbeiterInnen nach Soft Skill Trainings direkt für die Anwendung der Lerninhalte im Alltag belohnt werden, um so die Motivation für die Verhaltensänderung hoch zu halten. In der everskill App fliegt zur Belohnung der ersten Anwendung einer Verhaltensweise ein kleiner Elefant durch den Bildschirm und versprüht Energie und Motivation. Danach freut sich jeder darauf, den Elefanten wieder fliegen lassen zu können. 

Quelle: https://www.dasgehirn.info/denken/motivation/schaltkreise-der-motivation