Seit Jahren steht die Personalentwicklung unter hohem Kostendruck. Immer mehr Präsenztrainings sollen deswegen auf E-Learningkurse umgestellt werden. Viele Unternehmen setzen jedoch weiterhin auf klassische Trainings. Studien zufolge geben deutsche Organisationen fast 16 Milliarden Euro im Jahr für Präsenztrainings aus. Warum machen wir uns immer noch die Mühe, Trainings offline durchzuführen?

Hier sind 5 Gründe, warum wir auch weiterhin Präsenztrainings lieben.

1. Softskills werden durch menschliche Interaktion erlernt

Viele Präsenztrainings vermitteln Softskills wie Zeitmanagement, Führung oder Teamwork. Die Essenz dieser Fähigkeiten ist effektive Kommunikation. 80 Prozent unserer Kommunikation ist nonverbal und wird hauptsächlich durch Körpersprache vermittelt. Über die persönliche Interaktion lernt man dies am besten. Darüber hinaus können Teilnehmer bei Präsenztrainings die neu erlernten Techniken mithilfe von Rollenspielen üben, Feedback erhalten und direkt umsetzen.

2. Körperliche Präsenz schafft Fokus

Die erfolgreiche Absolvierung eines E-Learningkurses erfordert großes Engagement und ein enormes Maß an Selbstdisziplin. Es gilt den inneren Schweinehund zu besiegen. Abbruchquoten von über 90 Prozent in E-Learnings verdeutlichen, dass Onlinekurse selten erfolgreich sind. Das ist in Präsenztrainings anders. Hier befinden sich Teilnehmer in einer kontrollierten Umgebung, in der Störfaktoren, wie Benachrichtigungen vom Laptop oder Smartphone, systematisch umgangen werden. Ein ausgebildeter Trainer sorgt zudem dafür, den Fokus auf das Training zu legen und Teilnehmer zu motivieren.

Darüber hinaus sind Präsenztrainings immer ein Erlebnis. Die Psychologie zeigt, dass neue Erfahrungen am besten umgesetzt werden, wenn sie mit Erlebnissen verknüpft werden. Eine neue Stadt, ein neues Umfeld und neue Menschen machen das Lernen zu einem Abenteuer, an das man sich gerne zurückerinnert.

3. Agile Anpassung des Trainings an Teilnehmer

Ein weiterer Vorteil von Präsenztrainings ist, dass die Erwartungshaltung der Teilnehmer abgefragt werden kann. Auf dieser Basis können Trainer ihr Seminar an die Bedürfnisse der Kursteilnehmer anpassen. Außerdem können Fragen während Präsenztrainings beantwortet werden. Stellen Sie sich vor, Sie haben Probleme ein Konzept zu verstehen oder haben eine Frage zu einer Übung. Während im E-Learning Verständnisprobleme zu einem aufwendigen und langwierigen Prozess werden können, haben Trainer in Präsenztrainings die Möglichkeit gezielt auf Fragen und Wünsche einzugehen.

4. Silodenken durch Networking überwinden

Networking ist der Aufbau persönlicher Beziehungen zum Trainer oder zu anderen Teilnehmern. Im Präsenztraining findet dieser persönliche Kontakt in Vorstellungsrunden, in der Kaffeepause oder beim Mittagessen zwangsläufig statt. Der Austausch mit Kollegen aus anderen Geschäftsbereichen trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Mauern der Zusammenarbeit zu durchbrechen. Es entstehen Kontakte zu anderen Personen die zu neuen Ideen und Lösungen führen können. Wissen, Tipps und Tricks werden geteilt und bilden einen Pool aus Informationen die einem bei E-Learning verwehrt blieben. 

5. E-Learningkurse und Präsenztrainings verbinden

E-Learning und Präsenztrainings haben beide ihre eigenen Vor- und Nachteile. Blended Learning verbindet beide Lernarten und ermöglicht somit das Beste aus beiden Welten. Präsenztrainings bieten die Möglichkeit, die Teilnehmer direkt im Training mit digitalen Tools vertraut zu machen. So gibt es eine nahtlose Lernerfahrung, die auch nach dem Training weiter anhält und das Gelernte kann im Alltag besser umgesetzt werden.

Menschliche Interaktion, der Fokus auf das „Hier und Jetzt“, die agile Anpassung auf neue Anforderungen und Networking machen Präsenztrainings zu einem unverzichtbaren Element einer wirksamen Personalentwicklung. Wenn diese Vorteile zusätzlich mit digitalen Tools unterstützt werden, können Teilnehmer das Gelernte auch nach dem eigentlichen Training umsetzen.

Genau deshalb lieben wir Präsenztrainings.

 

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